MAZ vom 06.06.2006

Lauter kleine Rolande Erzieherin eröffnet Privatkita in der Bäckerstraße – und zieht unters Dach

von ULRICH WANGEMANN

Der akute Mangel an Kita-Plätzen in der Innenstadt erfährt ab September Linderung. Dann eröffnet in der Bäckerstraße 30/31 die private Kindertagesstätte „Roländchen“ mit einer Kapazität von 35 Plätzen. Das Jugendamt hat die Betreiber ausdrücklich in dem Vorhaben bestärkt, da die Stadt aus Platznot die längst zur Schließung vorgesehene Kita „Gertrud Piter“ offen halten muss.

„Wir füllen in der Innenstadt eine Marktlücke – das Jugendamt hat uns bestätigt, dass die Einrichtung angesichts der Nachfrage rentabel arbeiten kann“, sagt Leiterin Sybille Müller. Anders als viele Konkurrenten nimmt die Kita „Roländchen“ Kinder schon im ersten Lebensjahr auf. Zudem können Eltern ihre Kleinen ab 5.30 Uhr abgeben. Um 19 Uhr ist Schluss.

Die 33-jährige Erzieherin wird die 35-Platz-Einrichtung nicht nur leiten, sondern auch über den Spielräumen schlafen – Müllers haben das ehemalige Kreisarchiv gekauft und sind gerade dabei, es zu renovieren. „Meinem Mann war das leer stehende Haus aufgefallen – da haben wir es kurz entschlossen gekauft“, sagt die Pädagogin. Der Kita-Komplex wird von der Bäckerstraße bis zur Fischerstraße reichen. Teil der Anlage ist ein großer Innenhof. Damit kann die Kita die Auflagen des Jugendamtes hinsichtlich der Größe des Freigeländes erfüllen.

Bei so viel privatem Engagement möchte die zweifache Mutter den Kurs der Kita gemeinsam mit ihren zwei Kollegen selbst bestimmen. Einen Verein wird sie nicht gründen. Die Kita bleibt ein rein privates Unternehmen. „Der Schritt hat viel mit Selbstverwirklichung zu tun“, sagt Müller, die derzeit noch in einer Kita mit 170 Plätzen angestellt ist. „Ich möchte die Vorstellungen durchsetzen, die ich von der Arbeit mit Kindern habe – das hat mit individueller Betreuung zu tun, wie sie in Riesenkitas kaum möglich ist“, so Müller. Inhaltlich wird sich die Kita an den Ideen der Reggio-Pädagogik orientieren. Das heißt: Alle Räume werden stets offen und nach Themen eingerichtet sein (etwa „Naturwissenschaften“, oder „Musik“). Die Kinder können spielen, wo sie möchten. Einen Schwerpunkt will die Leiterin auf Spracherziehung legen.

Die Einrichtung konnte Ende vergangener Woche einen großen Erfolg noch vor dem Betriebsstart verzeichnen. Sie ist jetzt Teil des Kitabedarfsplans. Der Kämmerer überweist monatlich hundert Prozent der Gehälter, die Miete für das Haus und Geld für Wirtschaftskräfte. Damit kann sie von Anfang an preislich mit den etablierten Häusern mithalten. „Unsere Beiträge werden sich ganz normal nach der Gebührenliste richten“, sagt Sybille Müller.

Die 18 Plätze für den Krippenbereich sind ausgebucht, 17 Plätze sind für Kindergartenkinder vorgesehen und teilweise noch nicht belegt.

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